| Bayerisches Oberland, Tölzer Land und Isarwinkel |

Das Tölzer Land bietet viele Attraktionen, die aufzuführen
uns zunächst in Bad Tölz beginnen läßt. Fangen wir mit der
Marktstraße an: Man sagt, die Marktstraße sei der schönste
Festsaal Oberbayerns. Schön bemalte Häuser und Malereien -
sogenannte Lüftlmalereien - unter den Dächern geben ihr ein
unverwechselbares Aussehen. Verbunden mit einem sehr regen
Kulturleben werden zu fast jeder Jahreszeit besondere
Attraktionen geboten:
Ostermarkt, Töpfermarkt, Herbstmarkt, Christkindlmarkt u.v.a.m.
Einige Geschäfte haben sonntags geöffnet, so daß Sie sehr gute
Möglichkeiten zum Kauf von Trachtenkleidung haben.
Die Stadt als Mittelpunkt im Tölzer Land ist die weiteste Reise
wert.
In Schriftquellen des 12. Jahrhunderts werden erstmals Burgen im Isarwinkel erwähnt. Diese waren Kontrollpunkte für die Verkehrswege. Im Schutz der Burgen siedelten sich am Ufer der Isar Flößer und Handwerker an. Hainricus de Tolnze war der damalige Burgherr und gilt als Namensgeber für die Stadt. Tölz war in dieser Zeit ein bedeutender Salzhandels- und Verkehrsplatz, der auch durch die Flößer geprägt wurde; denn in Tölz kreuzten sich zwei Handelswege: die Isar und die Salzstraße von Bad Reichenhall in das Allgäu.
Im Jahre 1845 wurden am Sauersberg heilbringende Jodquellen entdeckt. Dies war der Beginn eines wirtschaftlichen Strukturwandels des Ortes Tölz. Die Verlegerfamilie Herder (Freiburg) baute den Gesundheitsbetrieb aus und in der Folge davon wurde Tölz 1899 zum "Bad" ernannt. Im Jahre 1906 erfolgte schließlich die Erhebung zur Stadt Bad Tölz.
Der von Anton Krettner (1849-1899), Wirt und Bürgermeister, komponierte Tölzer Schützenmarsch machte Bad Tölz ebenso berühmt wie der Tölzer Knabenchor. Heute ist Bad Tölz ein Oberland-Zentrum mit Sitz des Landratsamtes des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Orte Gaißach, Greiling, Jachenau, Lenggries, Reichersbeuern und Wackersberg bilden mit Bad Tölz die Gemeinden des Isarwinkels.
Eine Wanderung auf den nahegelegenen Blomberg zum Blomberghaus verlangt keine große Anstrengung. Von dort haben Sie einen schönen Blick nach Bad Tölz und Wackersberg. Entscheiden Sie nun, ob Sie weitermarschieren zum Zwieselberg und Stallauer Eck oder gleich zurück gehen und mit der Blombergbahn (Doppelsessellift) talwärts schweben. Möglich ist auch, zuerst ein Teilstück zu Fuß zu gehen und dann den Rest mit Deutschlands längster Sommerrodelbahn zurückzulegen. Danach dient ein Besuch im Erlebnisbad Alpamare nicht nur der Entspannung und Erholung, sondern ist auch wegen der großen Rutsche ein Spaß für Erwachsene und Kinder.
Ausgangspunkt ist Bad Tölz. Zunächst kommen Sie über die B 472 durch den schönen Ort Bad Heilbrunn. Danach erreichen Sie und Bichl und nach wenigen einhundert Metern Benediktbeuern. Machen Sie dort in der Klosterwirtschaft eine Pause und besuchen Sie die Basilika der Abtei. Auf Ihrer Weiterfahrt nach Kochel am See kommen Sie durch Ried, wo noch historisch Kalk gebrannt wird. Kochel ist ein schön gelegener Luftkurort mit vielen Freizeitmöglichkeiten. Im Zentrum des Ortes grüßt Sie Balthasar Mayer, der berühmte Schmied von Kochel, von seinem im Jahre 1900 errichteten Denkmal, das an die historische Bauernschlacht (1705) in Sendling (München) erinnert.
Zur Pause empfiehlt sich die Kocheler Gastronomie mit reichhaltigen Speisekarten. Stellvertretend, jedoch ohne Wertung, seien die (Land-) Hotels/Restaurants Grauer Bär, Alpenhof Postillion, Zur Post, Herzogstand, Schmied von Kochel sowie das Bauerncafé Zum Giggerer genannt. Tourismus-Portal Kochel am See
Auf Ihrem weiteren Weg nach Süden können sie noch einen Abstecher zum Walchenseekraftwerk einlegen. Es wurde in den 20er Jahren auf Veranlassung von Oskar von Miller erbaut. Im Ausstellungsraum erfahren Sie interessante Dinge über umweltfreundliche Energieerzeugung und die Energieverteilung. Zum Kocheler Gemeindeteil Walchensee gelangen Sie über die Kesselbergstraße, eine sehr alte und bedeutende Paßstraße, auf der in den früher sogar Bergrennen gefahren wurden. Über Urfeld kommen Sie zum Parkplatz an der Talstation der Herzogstand-Bahn. Eine moderne Kabinenbahn führt Sie hinauf zur Bergstation. Von dort sind es nur wenige Minuten Fußweg zum Herzogstandhaus. Übrigens: Der Herzogstand war König Ludwigs II Lieblingsberg. Von Walchensee geht es weiter nach Krün, Mittenwald oder Innsbruck. Fahren Sie aber nur bis bis Einsiedel und biegen Sie links ab in die Mautstraße, die Sie am Südufer des Walchensees (Bademöglichkeit) entlang in die Gemeinde Jachenau führt. Weiter geht's nach Wegscheid und Lenggries zurück nach Bad Tölz.
Zum Wandern steigen Sie von Lenggries aus auf zum Brauneck (ca. 1560 m ü.M.) und weiter zum Latschenkopf (über 1700 m ü.M.); eine gute Einkehrmöglichkeit bietet die Stie-Alm auf etwa gut 1500 m ü.M. und weiter zur Benediktenwand (1801 m ü.M.). Gerne bringt Sie auch die Brauneckbahn nach oben. Im Sommer eine herrliche Gegend zum Wandern und im Winter ideale Möglichkeiten zum Skilauf von der leichten bis zur schwierigen Abfahrt. Natürlich gibt es auch viele Kilometer gespurte Loipen. Viele berühmte Skitalente haben ihre Heimat in Lenggries, einer Gemeinde die mit ihrer Worldcup-Abfahrt Weltrum erlangt hat. - Erholen können Sie sich danach in der Isarwelle in Lenggries.
In die Landeshauptstadt München, in die Weltstadt mit Herz, gelangen Sie mit der Eisenbahn (Bayerischen Oberlandbahn, BOB) oder mit dem Auto in etwa knapp einer Stunde (A95 Garmisch-Partenkirchen - München oder A8 Salzburg/Innsbruck - München oder Landstraße über Straßlach und Grünwald durch das Isartal.
Für die Besichtigung der Bavaria Filmfestspielstadt in Grünwald-Geiselgasteig sollten Sie wegen der geführten Touren und evtl. Wartezeiten einige Stunden einplanen.
Erlaubt seien noch zwei Hinweise:
Der Schmied von Kochel in der Sendlinger Bauernschlacht von 1705
Während der Regierungszeit von Kurfürst Max Emanuel von Wittelsbach (1662 - 1726) entbrennt um sein Erbe der spanische Erbfolgekrieg von 1701/04. Bayern steht an der Seite von Frankreich gegen Österreich-Habsburg. Das bayerisch-französische Heer wird 1704 besiegt, kaiserlich-österreichische Truppen besetzen Bayern.
Die Herrscherfamilie muß fliehen. Infolge der großen Bedrückung verabreden sich die Bauern des bayerischen Oberlandes, daß in der Christnacht des Jahres 1705 München wieder bayerisch werden soll. Doch der Plan wurde verraten. Mit Musketen und Kanonen gut ausgerüstete kaiserliche Truppen erwarteten die Oberländer, die mit Sensen, Morgensternen und nur wenigen Büchsen ihrem Feind unterlegen waren.
Balthasar Mayer, der Schmied von Kochel, zertrümmert das Tor des roten Turms. Obwohl der Turm fällt, müssen die Oberländer vor der Übermacht zurückweichen. In Sendling vor München finden sie noch einmal geringen Schutz, aber die Schlacht ist verloren. Was für die Schweizer Wilhelm Tell und für die Südtiroler Andreas Hofer war, ist für die Bayern der Schmied von Kochel.
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© 1999-2012 | Stand: 31. Dezember 2011
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